Über mich

 
 
 

Vor fast drei Jahren wurde innerhalb eines Augenblicks mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt…

Plötzlicher Schmerz - was geschieht mit mir?!

Damals wurde ich von der selbstständigen jungen Frau zum hilflosen Kleinkind, obwohl alles mehr oder weniger harmlos anfing. Ich war mit meiner Mutter beim Sport, als ich plötzlich einen Schmerz im Nacken spürte. Ich dachte, ich hätte mich zu ruckartig bewegt und einen Nerv geklemmt, also setzte ich mich an den Rand und wartete darauf, dass der Schmerz vorüberging. Aber dies geschah nicht, es wurde sogar noch schlimmer, bis es kaum noch zu ertragen war. Ich bat meine Mutter, mich nach Hause zu bringen, doch auf dem Weg waren die Schmerzen so schlimm geworden, dass ich anfing, unkontrolliert zu weinen, dann zu schreien und mich sogar zu übergeben. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper alle Register zog, um die Schmerzen loszuwerden. Meine Mutter setzte mich ins Auto und fuhr mit mir zu meiner Physiotherapeutin. Als diese mich sah und mich kurz untersucht hatte, sagte sie: „Da stimmt was nicht. Ich rufe sofort einen Krankenwagen.“ Der brachte mich in das nächstgelegene Krankenhaus, wo ich kurz untersucht wurde. Ein Blick in meine Krankenakte genügte jedoch den Ärzten, um anzunehmen, ich hätte nur einen Migräneanfall, denn ich sei ja Migränepatientin. Dieser könne bis zu 72 Stunden dauern und sie würden mich zur Beobachtung die Nacht über dabehalten.

Ein CT würden sie nicht machen, da ich noch zu jung sei. Danach kam ich in einen Schockraum und bekam die verschiedensten Schmerzmittel, von denen aber keines Wirkung zeigte. Sie machten mich nur müde. Alle 15 Minuten kam ein nervöser Assistenzarzt herein, um nach mir zu gucken. Allmählich ahnte ich, dass niemand wusste, was mit mir los war und mich beschlich ein ungutes Gefühl.

Neues Krankenhaus, endlich Diagnose?

Am nächsten Morgen wurde ich dann in die Uniklinik nach Mainz verlegt in der Hoffnung, man könne mir dort helfen. Angekommen in der Notaufnahme brachte eine Schwester mich in ein Nebenzimmer, da die Notaufnahme überfüllt und es in dem Wartezimmer sehr laut war. Dort wartete ich. Ich hatte kein Gefühl mehr für die Zeit, die verstrich, doch langsam wurde mir klar: man hatte mich vergessen. Aber ich war nicht mehr imstande, mich bemerkbar zu machen.

Nach sechs Stunden stürzte eine Schwester ins Zimmer und rief: „Frau Diehl, da sind Sie ja! Wir haben Sie die ganze Zeit gesucht!“ Ich war hier gewesen, die ganze Zeit im Nebenzimmer. Doch plötzlich ging alles ganz schnell. Ich wurde zum Notfall-CT gebracht und wenige Augenblicke später bekam ich die Nachricht: ich hatte eine Hirnblutung gehabt. Man würde operieren müssen. Und als sei diese Nachricht nicht schon schlimm genug, teilten mir die Ärzte mit, dass die Ursache der Blutung ein geplatztes Aneurysma sei, das nicht auf herkömmlichem Weg versorgt werden könne. Sie würden mir den Schädel öffnen müssen.

Ich kam auf die Intensivstation und lernte dort den besten Pfleger kennen, den ich mir hätte vorstellen können: Heino, der Mann mit den „Ramazottishots“. So nannte er das Schmerzmittel, das er mir verabreichte und das erstmals wirkte. Endlich ohne Schmerzen! Fast 27 Stunden waren vergangen, seit ich zum ersten Mal diesen intensiven Schmerz gespürt hatte. 27 Stunden voller Ungewissheit und Schmerz, die nun von einem Gefühl tiefen inneren Friedens abgelöst wurden.

In der Nacht dieses Tages wurde ich operiert. Erst kurz vor der OP wurde mir bewusst, dass ich die ganze Zeit hätte sterben können und dass auch jetzt die Möglichkeit bestand, dass ich einschlafen und nicht mehr aufwachen würde. Doch ich hatte keine Gelegenheit mehr, mir Gedanken darüber zu machen. Sie setzten mir die Atemmaske auf. Ab dem Zeitpunkt bekam ich nichts mehr mit.

Ein Schlag - und alles ist anders

An die darauffolgenden Tage auf der Intensivstation kann ich mich kaum erinnern. Es fällt mir schwer zu unterscheiden, was meine eigenen Erinnerungen sind und was mir von anderen erzählt wurde. Ich konnte nichts mehr. Ich konnte nicht sitzen, nicht stehen oder gehen, nicht essen oder sprechen. Ich war innerhalb eines Augenblicks um Jahre in meiner Entwicklung zurückgeworfen worden. Ich verstand es nicht, doch kam ich auch nicht auf die Idee, dass an meinem Zustand etwas nicht normal sein sollte. Ich konnte mir nicht bewusst machen, was mir passiert war, denn auch geistig war ich auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes. Ich nahm einfach an, dass meine Situation schon immer so gewesen sei. Ich konnte mich nicht an das Leben der 19-jährigen erinnern, das bis gestern noch mein eigenes gewesen war.

Im Anschluss an meinen Aufenthalt auf der Intensivstation verbrachte ich noch einige Zeit auf der Überwachungsstation. Dort erhielt ich erstmals Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Meine Sprache erlangte ich relativ schnell wieder und auch mein geistiger Zustand normalisierte sich zusehends. Ich weiß nicht, ob vielleicht die Medikamente für meine Orientierungslosigkeit verantwortlich waren oder ob es ein Schutzmechanismus meines Körpers war. Denn zu dieser Zeit wäre ich nicht fähig gewesen, das Ausmaß dessen, was mir zugestoßen war, zu verarbeiten. Ich saß im Rollstuhl, konnte noch immer nicht ohne Hilfe stehen und mich auch nicht selbstständig vom Bett in den Rollstuhl setzen und umgekehrt. Zum Glück dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich über meine Situation nach, sonst wäre ich komplett verzweifelt. Ich hätte den Gedanken, dass nichts mehr wie früher sein würde, dass ich keinen Sport mehr machen, nicht tanzen oder spazieren gehen kann, nicht ertragen.

Auf zu neuen Ufern! Meine Zeit in der Reha

Nach ein paar Wochen im Krankenhaus schickte man mich in die Reha nach Gailingen in der Nähe des Bodensees. Das war die beste Reha, die ich mir wünschen konnte und ich fühlte mich sehr wohl. Sechs Monate verbrachte ich dort und da es eine neurologische Reha für junge Menschen war, fand ich viele neue Freunde. Wir teilten alle mehr oder weniger dasselbe Schicksal, was uns verband.

Ich lernte das Laufen wieder! Nach einigen Wochen Gangtraining und Gehen mit Rollator marschierte ich wieder frei von jeglichen Hilfsmitteln durch die Gegend. Das Gefühl war unbeschreiblich! Auch wenn ich noch etwas wackelig auf den Beinen war, so hatte ich doch ein ganzes Stück meiner Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wieder! Die Ärzte im Krankenhaus hatten bei mir eine vollständige Hemiplegie diagnostiziert und gesagt, ich würde den Rest meines Lebens im Rollstuhl sitzen. Damals hatte ich mir geschworen, ich würde beweisen, dass sie falsch lagen und das hatte ich nun geschafft! Mein Wille und die Kraft, die ich dafür aufgewandt habe, machten sich bezahlt. Allmählich konnte ich auch den rechten Arm wieder bewegen. Allerdings gestaltete sich das um einiges schwieriger als die Funktionen des rechten Beines zurückzuerlangen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie glücklich ich war, als ich es schaffte eine Faust zu machen. Es war eine winzig kleine Bewegung, für die ich ewig brauchte und die viel Kraft kostete, aber es war ein Anfang und ich war fest entschlossen weiter zu üben, bis meine Hand wieder die alte wäre und wenn das dauerte, bis ich 80 würde!

Beflügelt von den anfänglichen Erfolgen hatte ich jede Menge positive Energie, die ich nutzte, um das Beste aus meinem Aufenthalt in der Reha herauszuholen. Und das war auch nötig, denn schließlich war ich vorher Rechtshänder gewesen und musste nun auf links umtrainieren. Natürlich sollte ich die rechte Hand so gut es ging auch weiterhin einsetzen, aber zu diesem Zeitpunkt ging das nur sehr begrenzt. Am anstrengendsten war hierbei, mit links schreiben zu lernen, denn natürlich war meine linke Hand so viel Aktivität nicht gewohnt. Von Null auf Hundert wurden plötzlich Leistungen verlangt, die man normalerweise mit zwei Händen bewältigt - doch in meiner Situation hatte ich eben nur noch weitestgehend meine linke, meine schwächere Hand, also hatte ich keine andere Wahl. Es hieß mit links oder gar nicht und gar nicht machen war für mich nie eine Option! Ich sage seitdem immer scherzhaft: “Wartet nur, bis meine rechte Hand wieder fit ist, dann schreib ich euch jeden Text mit zwei Händen gleichzeitig in der Hälfte der Zeit!” Man muss - so gut es eben geht - alles mit Humor sehen. Vor allem in den schwierigsten Situationen, das macht das Leben um einiges leichter! Auch das Umtrainieren funktionierte überraschend gut und schließlich konnte ich es gar nicht mehr erwarten, nach 6 Monaten Reha nach Hause zu kommen. Ich würde endlich in mein altes Leben zurückkehren!

Endlich wieder Alltag - doch dann der unerwartete Schock!

Inzwischen war es Oktober geworden und die positive Stimmung hielt noch ein paar Wochen an. Doch mir wurde erstmals bewusst, dass sich vieles verändert hatte. Alltägliche Dinge wie Kochen, Aufräumen oder Wäsche zusammenlegen fielen mir sehr schwer. Ich brauchte dafür viel länger, da ich meine rechte Hand nicht wirklich einsetzen konnte. Das frustrierte mich zusehends. Ich glaubte doch, dass ich große Fortschritte gemacht hätte, wieso merkte ich jetzt nichts davon?! Ich verstand die Welt nicht mehr. Was ich dabei vergaß: die Reha war ein geschützter Raum gewesen. Dort war immer Personal zur Stelle, sodass es für mich selbstverständlich wurde, einige alltägliche Dinge nicht mehr selbst tun zu müssen. Das war jedoch nicht der Alltag. Jetzt, da ich sozusagen wieder in der realen Welt war und nur „Gesunde“ ohne Einschränkungen um mich herum waren, wurde mir schmerzhaft bewusst, wie groß meine Einschränkungen noch waren. Ich konnte viele Dinge gar nicht oder nicht mehr so wie früher. Ich hatte immer die Überzeugung gelebt, dass alles möglich war, ich alles hinbekommen würde, wenn ich es nur wollte. Jetzt machte ich zum ersten Mal die Erfahrungen, dass ich Sachen nicht konnte, nicht einmal so etwas wie einen Apfel aufschneiden oder Schuhe binden.

Zentrale Fragen - Was bin ich jetzt noch wert?

Ich kam mir wertlos vor, denn früher hatte ich mich fast ausschließlich über meine Erfolge und Leistungen definiert. Du bist, was du kannst- doch was konnte ich und wer war ich überhaupt noch? Nichts, so schien es mir. Ich verglich mich immer mit meinem früheren Selbst und wenn du vergleichst, verlierst du immer!

Zusätzlich zu meiner psychischen Verfassung kam jetzt auch noch eine Doppelbelastung auf mich zu: Ich würde auf eine neue Schule gehen und gleichzeitig so viele Therapien wie möglich machen. Ich wollte beides - endlich die Schule abschließen und zur selben Zeit weitere Therapieerfolge erzielen! Ich hatte diese Entscheidung getroffen, während ich in der Reha gewesen war, guter Dinge und nicht ahnend, welche Schwierigkeiten ich mit der Rückkehr in meinen Alltag haben würde. Doch auch jetzt packte mich wieder mein früherer Ehrgeiz. Ich würde allen zeigen, dass ich das schaffen kann, auch wenn es unmöglich schien. Ich redete mir ein, dass dies endlich eine Gelegenheit war, um zu beweisen, dass ich noch genauso gut war wie die alte Johanna.

Ich war sehr oft kurz davor, die Schule abzubrechen und meinen Plan, das Abitur zu machen, auf Eis zu legen. Ich hatte das Gefühl, hundert Baustellen zu haben. So viele, dass ich mich verzettelte und den Eindruck hatte überhaupt nicht weiterzukommen.

Das teuflische Trio: Der Perfektionist, der Kritiker, der Zweifler

Da sieht man mal wie Selbsteinschätzung und Realität auseinander gehen können, denn von außen betrachtet lief alles gut. In den Therapien machte ich weiterhin Fortschritte und in der Schule schrieb ich gute Noten. Doch das reichte mir nicht! Die Fortschritte wurden immer kleiner und auch den Schulalltag bewältigte ich nicht mehr so mühelos wie früher. Und genau da war wieder mein altbekannter Fehler - ich verglich mich ständig mit meinem alten Ich und mit anderen, die allerdings nicht mit Einschränkungen und den damit verbundenen physischen und psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Ich war nicht fair zu mir selbst, verglich ich mich doch mit den „Gesunden“, ohne mich jedoch als gesund zu betrachten. Ich machte mir das Leben schwer, war ich doch selbst mein strengster Kritiker. Ständig hatte ich diese Stimme im Kopf: „Das kannst du eh nicht“, „Früher konntest du das besser“, „Du wirst das nie wieder können“. Und dann die zentrale Frage: „Warum ich?“. Wieso musste mir das passieren? Was hatte ich gemacht, um so ein Schicksal verdient zu haben?

Aber das Leben fragt nicht nach dem Warum. Es interessiert sich nicht für das, was gerecht ist oder nicht. Es passiert einfach. Und wir müssen es akzeptieren. Auch ich musste und muss noch immer lernen, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Das ist eine große Kunst, doch sie macht vieles leichter. Sie befreit.

Was ich auch oft vergaß, ich war nicht allein. Ich bekam jede erdenkliche Form von Unterstützung von Lehrern, Therapeuten, Freunden und vor allem meinen Eltern. Ich habe sehr viel selbst geschafft, doch wäre ich nie so weit gekommen, hätten die Menschen in meinem Umfeld mir nicht in dem Maße geholfen. Ich glaube, ich bin die einzige, die jemals geglaubt hat, nicht „normal“ zu sein. Jedenfalls hat mir nie auch nur eine Person das Gefühl gegeben.

Ein Meilenstein und Neuanfang..?

Letztendlich machte ich im April 2018 mein Abitur und war froh, dieses Kapitel endlich abgeschlossen zu haben. Ich fing wieder an, meine Hobbies wie Klettern und Klavier spielen anzugehen. Das klappte zwar noch nicht so wie früher, aber ich war zu dem Schluss gekommen, dass es nur besser werden würde, wenn ich mal anfing. Auch wenn es schwer war und noch immer ist, macht es mich dennoch glücklich. Es fühlt sich neu, aber dennoch vertraut an. Hier fange ich auch wieder von vorne an, doch ich bin überzeugt, dass es wieder wird, wenn ich dranbleibe!

 
 
 
 

Ja, der Schlaganfall hat mein komplettes Leben umgekrempelt, aber es war bei Weitem nicht nur negativ! So hat er mich beispielsweise auf das meiner Meinung nach spannendste Themengebiet aufmerksam gemacht und mir insgeheim die Richtung gewiesen auf der Suche nach dem idealen Beruf für mich:

Mein Themengebiet: Das Gehirn! Mein Beruf: Forscherin in den Neurowissenschaften!

Was mich am meisten fasziniert, ist die sogenannte Plastizität des Gehirns. Wir Menschen sind dazu fähig, ein Leben lang zu lernen und unser Gehirn neu zu strukturieren. So auch nach einem Schlaganfall und das ist meine Chance! Durch Gespräche mit meinem Therapeuten und Ärzten bekam ich hier und da einen Vorgeschmack darauf, was dieses Forschungsgebiet für mich bereithalten wird. Ich fragte immer nach dem Warum. Wieso ist diese und jene Therapie besonders für Schlaganfallpatienten geeignet? Warum führt man diese Untersuchung durch? Wie genau steuert das Gehirn die Bewegungen? Woran liegt es, dass ich das und das nicht mehr kann?
Ich bekam viele Antworten, doch blieben auch viele Fragen offen, was mir zeigte, wieviel es noch zu forschen gibt. Und ebendies weckte in mir den Wunsch, selbst in den Neurowissenschaften zu forschen. Selbst ist die Frau - wenn mir niemand die Antworten geben konnte, würde ich sie eben finden!
Viele junge Menschen wissen nach dem Abitur nicht, wohin ihr Weg sie führen wird und was sie jetzt tun sollen. Nicht so ich! Ich weiß genau, was ich will und was ich dafür tun muss: einen Bachelor in Bio- und einen Master in Neurowissenschaften. Das wird gewiss nicht leicht, aber mit meinem Willen und der dahintersteckenden Motivation bin ich sicher, dass ich dieses Ziel erreichen werde!

 
 
 
 

Die neue Johanna!

Heute muss ich über viele Eigenarten der alten Johanna schmunzeln. Natürlich habe ich Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen, doch jetzt kann ich diese und damit auch mein Schicksal besser annehmen und akzeptieren, dass dies nun mein Lebensweg ist. Der muss weder linear noch perfekt sein und überhaupt, wer definiert, was perfekt ist? Inzwischen glaube ich, dass alles, was passiert, auf die bestmögliche Art und Weise geschieht, wie es zu diesem Zeitpunkt unter gegebenen Umständen möglich war. Man könnte sagen, alles passiert aus einem Grund, auch wenn uns dieser zu jenem Zeitpunkt noch verborgen bleibt. Aber vielleicht erkennen wir später, dass es, so wie es geschehen ist, geschehen musste und es uns etwas gebracht hat. Klar, der Schlaganfall hat mich vor immense Probleme gestellt und dafür gesorgt, dass ich bei Null anfangen musste. Aber rückblickend aus meiner heutigen Perspektive hat er mir in den letzten drei Jahren eine persönliche Entwicklung ermöglicht, die für eine ganze Lebenszeit ausreicht. Der Schlaganfall war wie ein Reset-Knopf, der mich zwang, all meine Glaubenssätze und Denkweise über den Haufen zu werfen und meine gesamte Lebenseinstellung von Grund auf zu überdenken.

Ich bin jetzt viel mehr Johanna als ich es jemals zuvor war. Bin zufriedener mit mir selbst, obwohl ich das früher mit Blick auf meine jetzige Situation nie gedacht hätte. Ich kann jetzt sagen, ich bin angekommen- wobei das nicht heißt, das hier und jetzt Schluss ist! Ich habe nach wie vor das Ziel, irgendwann wieder Klavier spielen, tanzen, malen und schreiben mit rechts zu können, aber es muss nicht jetzt sofort sein, auch nicht morgen und nicht nächsten Monat. Aber ich bleibe dran und ich habe für mich eine Möglichkeit entdeckt, die mich auf meinem Weg entscheidend weiterbringt: